Alle Angaben zur Belastbarkeit, Stützdruck und Schutzwirkung sind Richtwerte, welche u.a. abhängig von Faktoren wie z.B. Temperatur, Bodenklasse, Bodenbeschaffenheit, Bodentragfähigkeit, Kontaktflächen, Dynamik und Richtung der Krafteinbringung sind. Daher wird eine Einschätzung des Bodens bzw. Untergrundes durch den Kunden bzw. eine Bodenanalyse durch einen Sachverständigen oder geotechnischen Experten zur Tragfähigkeit des Bodens bzw. Untergrundes vor jedem Gebrauch dringend empfohlen.
Wie oben bereits beschrieben, ist die angegebene Belastbarkeit u. a. von vielen Faktoren abhängig. Bei manchen Produkten finden Sie „abgestufte Angaben“ zur Belastbarkeit, welche jedoch die Abhängigkeit der Belastbarkeit zu den jeweiligen genannten Untergrundbedingungen und Umweltbedingungen berücksichtigen. Bitte beachten Sie, dass auch diese Angaben ebenso Richtwerte sind.
Hinweise zu unseren Belastungsangaben für Produkte im Bereich Bodenschutz
Belastungsangaben in unseren Produktdetails und Datenblättern von Fahrplatten und Bodenschutzplatten können missverstanden werden und so ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Deshalb möchten wir erklären, was es mit den Angaben auf sich hat und wie Sie die richtige Platte wählen.
Unsere Angaben der Belastungswerte sind als defensive Richtwerte zu verstehen, an denen man sich bei der Planung orientieren kann. Die Angaben sind keine Garantie und sollten somit nicht losgelöst von den anderen genannten Faktoren betrachtet werden. Unsere Werte basieren auf unseren 20 Jahren Erfahrung als einer der Pioniere im Bereich Kunststoff-Fahrplatten in Deutschland. Im Marktumfeld werden diese Angaben sehr oft inflationär oder überoptimistisch angegeben.
Solche Werte berücksichtigen häufig keine realen Baustellenbedingungen. Das ist auch nicht möglich, da viele Faktoren eine Rolle bei der tatsächlichen Belastbarkeit spielen: die Art, Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Untergrunds, welchen Belastungen die Platte im Einsatz ausgesetzt ist und auch die Witterungsverhältnisse. Gerade auf Baustellen mit wechselnden Bodenverhältnissen können identische Fahrzeuge völlig unterschiedliche Auswirkungen auf den Untergrund haben.
Die verschiedenen Fahrplatte-Systeme verteilen Lasten nicht gleich effektiv. Material, Plattenstärke und Steifigkeit spielen dabei eine entscheidende Rolle. So verteilen größere und dickere Platten aus HDPE-Kunststoff Lasten häufig besser als kleine und dünne Platten aus weicherem LDPE-Kunststoff.
Platten allein tragen keine Lasten, sondern verteilen sie.
Kunststoffplatten können keinen instabilen, nassen oder weichen Untergrund plötzlich tragfähig machen. Entscheidend ist, ob der Boden die auftretenden Kräfte und Lasten grundsätzlich aufnehmen kann. Wenn der Untergrund das Fahrzeuggewicht nicht tragen kann, lösen Bodenschutzsysteme das Problem der Tragfähigkeit nicht.
Dafür sind die Platten gedacht
Die Kunststoffplatten vergrößern die Auflagefläche unter den Reifen. So minimieren sie die Gefahr des Einsinkens, des Durchdrehens von Reifen auf feuchten Untergründen und des Festfahrens. Gleichzeitig schützen den Untergrund vor Beschädigungen wie Spurrinnen und reduzieren den Druck auf den Boden.
Bei sehr weichen Böden können daher neben dem Einsatz von Platten zusätzliche Maßnahmen notwendig sein. Dazu gehören beispielsweise Untergrundvorbereitung oder eine mehrlagige Verlegung.
Das sollten Sie bei der Wahl von Platten beachten
- Die Bodenbeschaffenheit ist ein zentraler Faktor bei der Auswahl der richtigen Lösung. Ist der Boden trocken oder nass, weich oder befestigt, eben oder uneben?
- Das Fahrzeuggewicht und Reifenart sind ebenfalls zu beachten. Schwere Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit schmalen Reifen sorgen für höhere Punktlasten, die dazu führen, dass der Untergrund eher nachgibt.
- Die Einsatzdauer sollte bei der Wahl der Platten ebenfalls berücksichtigt werden. Bei kurzen Einsätzen können andere Anforderungen bestehen als bei langfristigen Einsätzen.
- Die Häufigkeit der Befahrung sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Eine geringe Fahrfrequenz stellt häufig andere Anforderungen an die Lastverteilung als regelmäßiges oder dauerhaftes Befahren.
Unser Expertenteam berät Sie daher gerne bei der Wahl der richtigen Lösung. Außerdem empfehlen wir, die Bodenbeschaffenheit durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen. Mit diesen Ergebnissen können wir noch gezielter beraten.
Größere und dickere Platten wie unsere MegaTrack Schwerlastplatte verteilen Lasten meist effektiver, weil die abgedeckte Fläche pro Platte größer ist. Das macht sie ideal für schwere Maschinen oder hohe Lasten auch auf weicheren Untergründen. Für leichte Fahrzeuge oder Fußgängerverkehr reichen oft Fahrplatten und Bodenschutzplatten mit geringerer Belastbarkeit aus.
Kurz und knapp zusammengefasst
- In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass nicht die Platte allein über die Einsatzfähigkeit entscheidet, sondern das Zusammenspiel aus Platte, Untergrund und Last.
- Eine realistische Beratung und Bewertung der Boden- und Einsatzbedingungen sind wichtiger als reine Tonnenangaben im Datenblatt.
- Die Wahl der Platte sollte immer anhand des konkreten Einsatzortes und der tatsächlichen Bedingungen erfolgen.